Wie Moderna ein Wunder in letzter Sekunde brauchte (und bekam)

Vor COVID-19 lief Moderna Gefahr, dass Investoren absprangen, da anhaltende Sicherheitsbedenken und sonstige Zweifel an seinem mRNA-Transportsystem die gesamte Produktpipeline bedrohten. Im Rahmen der Pandemiekrise ausgelöste Ängste ließen diese Bedenken weitgehend verstummen, auch wenn sie niemals ausgeräumt wurden.

Von Whitney Webb; am 7. Oktober 2021 veröffentlicht unter dem Titel:
Moderna: A Company “In Need Of A Hail Mary”

Analysten der COVID-19-Krise und ihrer Auswirkungen haben sich vor allem darauf konzentriert, wie ihr disruptiver Charakter zu großen Veränderungen und Neuausrichtungen in der gesamten Gesellschaft und Wirtschaft geführt hat. Eine solche Störung hat sich auch für eine Reihe von Vorhaben angeboten, die ein Ereignis mit „Reset“-Potenzial benötigt hätten, um realisiert zu werden. Im Fall der Impfstoffindustrie hat COVID-19 zu dramatischen Veränderungen in der Art und Weise geführt, wie Bundesbehörden die Zulassung medizinischer Gegenmaßnahmen während einer erklärten Krise handhaben, wie Versuche mit Impfstoffkandidaten durchgeführt werden, wie die Öffentlichkeit Impfungen wahrnimmt und sogar wie der Begriff „Impfstoff“ definiert wird.

Diese offensichtlichen Veränderungen haben bei den einen Lob und bei den anderen scharfe Kritik hervorgerufen, wobei letztere weitgehend aus dem öffentlichen Diskurs im Fernsehen, in den Printmedien und im Internet verdrängt wurden. Bei einer objektiven Analyse solcher seismischen Veränderungen wird jedoch deutlich, dass die meisten dieser Veränderungen in der Impfstoffentwicklung und -politik die Geschwindigkeit und die Einführung neuer und experimenteller Technologien auf Kosten der Sicherheit und gründlicher Untersuchungen dramatisch begünstigen. Im Falle der Impfstoffe kann man sagen, dass niemand mehr von diesen Veränderungen profitiert hat als die Entwickler der COVID-19-Impfstoffe selbst, insbesondere das Pharma- und Biotechnologieunternehmen Moderna.

Die COVID-19-Krise hat nicht nur Hürden aus dem Weg geräumt, die Moderna zuvor daran gehindert hatten, auch nur ein einziges Produkt auf den Markt zu bringen, sie hat auch die Geschicke des Unternehmens dramatisch verändert. Von 2016 bis zum Auftauchen von COVID-19 konnte sich Moderna kaum noch auf den Beinen halten, da das Unternehmen in alarmierendem Tempo wichtige Führungskräfte, Top-Talente und Großinvestoren abstieß. Das Versprechen von Moderna, die Medizin zu „revolutionieren“, und die bemerkenswerten Verkaufs- und Fundraising-Fähigkeiten des Unternehmensleiters Stéphane Bancel waren die wichtigsten Faktoren, die das Unternehmen über Wasser hielten. In den Jahren vor der COVID-19-Krise wurden die Versprechungen von Moderna trotz Bancels Bemühungen immer leerer, da das Unternehmen aufgrund seiner langjährigen Vorliebe für extreme Geheimhaltung trotz seiner fast zehnjährigen Geschäftstätigkeit nie endgültig beweisen konnte, dass es die „Revolution“, die es den Investoren immer wieder versprochen hatte, auch umsetzen konnte.

Hinzu kamen große Probleme mit den Patenten eines feindlichen Konkurrenten, die Modernas Fähigkeit bedrohten, mit allem, was es auf den Markt bringen konnte, Gewinn zu machen, sowie große Probleme mit dem mRNA-Transportsystem, die dazu führten, dass Moderna jede Behandlung, die mehr als eine Dosis erforderte, aus Gründen der Toxizität aufgab. Der letztgenannte Punkt, der heute in den Medien weitgehend vergessen bzw. ignoriert wird, sollte in der COVID-19-Booster-Debatte ein wichtiges Thema sein, denn es gibt immer noch keine Beweise dafür, dass Moderna das Toxizitätsproblem, das bei Produkten mit mehreren Dosen auftrat, jemals gelöst hat.

In diesem ersten Teil einer zweiteiligen Serie wird die katastrophale Lage, in der sich Moderna unmittelbar vor dem Auftauchen von COVID-19 befand, ausführlich erörtert. Dabei wird deutlich, dass Moderna – ähnlich wie das inzwischen in Ungnade gefallene Unternehmen Theranos – lange Zeit ein Kartenhaus mit himmelhohen Bewertungen war, die nichts mit der Realität zu tun hatten. In Teil 2 wird untersucht, wie diese Realität irgendwann im Jahr 2020 oder 2021 zusammengebrochen wäre, wenn es nicht die COVID-19-Krise und die anschließende Partnerschaft von Moderna mit der US-Regierung sowie die höchst ungewöhnlichen Prozesse bei der Entwicklung und Zulassung des Impfstoffs gegeben hätte. Trotz des Auftauchens von Praxisdaten, die die Behauptung widerlegen, dass der COVID-19-Impfstoff von Moderna sicher und wirksam ist, wird die Auffrischungsimpfung von Moderna von einigen Regierungen im Eiltempo durchgesetzt, während andere die Verwendung des Impfstoffs bei jungen Erwachsenen und Jugendlichen aufgrund von Sicherheitsbedenken kürzlich verboten haben.

Wie diese zweiteilige Serie zeigen wird, waren die Sicherheitsbedenken gegen Moderna schon lange vor der COVID-Krise bekannt, wurden aber von den Gesundheitsbehörden und den Medien während der Krise ignoriert. Um den Konkurs abzuwenden, muss Moderna seinen Impfstoff COVID-19 noch jahrelang weiter verkaufen. Mit anderen Worten: Ohne die Zulassung des Booster-Impfstoffs, der selbst unter den obersten Impfstoffverantwortlichen des Landes große Kontroversen ausgelöst hat, steht Moderna vor einer großen finanziellen Herausforderung. Während die COVID-19-Krise dem Unternehmen einen Rettungsring zuwarf, muss die Verabreichung des COVID-19-Impfstoffs, in den die US-Regierung inzwischen fast 6 Milliarden Dollar investiert hat, bis in die absehbare Zukunft fortgesetzt werden, wenn die Rettungsaktion wirklich erfolgreich sein soll. Andernfalls wird ein Unternehmen mit einem Wert von 126,7 Mrd. USD, in das die US-Regierung und das US-Militär viel investiert haben und das mit den reichsten Menschen der Welt in Verbindung steht, in kürzester Zeit zusammenbrechen.

Ein neues Theranos?

Im September 2016 schrieb Damian Garde, der für die USA zuständige Biotech-Reporter des Medizin-Medienunternehmens STAT, einen ausführlichen Bericht über das „Ego, den Ehrgeiz und den Aufruhr“, der „eines der geheimnisvollsten Biotech-Startups“ plagt. Im Mittelpunkt des Artikels stand das Unternehmen Moderna, das 2010 gegründet wurde, um die Forschung des Zellbiologen Derrick Rossi vom Boston Children’s Hospital zu vermarkten. Die Bemühungen, mit der Gründung von Moderna Gewinn zu machen, an denen auch der umstrittene Wissenschaftler und enge Mitarbeiter von Bill Gates, Bob Langer, sowie das in Cambridge, Massachusetts, ansässige Unternehmen Flagship Ventures (heute Flagship Pioneering) beteiligt waren, begannen kurz nachdem Rossi einen Bericht über die Fähigkeit von modifizierter RNA, Hautzellen in verschiedene Arten von Gewebe zu verwandeln, veröffentlicht hatte.

Zwischen der Gründung von Moderna und der Untersuchung von Garde im Jahr 2016 war der Rummel um Rossis Forschung und ihr Potenzial, medizinische Durchbrüche zu schaffen, abgeflaut, ebenso wie der Rummel um das Potenzial, seine Investoren sehr reich zu machen. Trotz der Zusammenarbeit mit Pharmariesen wie AstraZeneca und der Aufnahme von Rekordsummen an Finanzmitteln hatte Moderna sechs Jahre nach der Gründung immer noch kein Produkt auf dem Markt, und, wie STAT enthüllte, hatte das „ätzende Arbeitsumfeld“ des Unternehmens zu einer anhaltenden Abwanderung von Spitzenkräften geführt, obwohl aufgrund der „Besessenheit von Geheimhaltung“ nur wenig von den internen Konflikten öffentlich bekannt war. Am beunruhigendsten für das Unternehmen in diesem Jahr war jedoch, dass Moderna „bei seinen ehrgeizigsten Projekten auf Hindernisse gestoßen zu sein schien“.

Moderna CEO Stéphane Bancel

Abgesehen von den wissenschaftlichen Hindernissen, auf die Moderna gestoßen war, war laut Garde kein Geringerer als Stéphane Bancel, der oberste Geschäftsführer von Moderna, der immer noch an der Spitze des Unternehmens steht, der größte „Stolperstein“ für das Unternehmen. Laut Garde stand Bancel im Mittelpunkt vieler Kontroversen des Unternehmens, unter anderem wegen seines „unerschütterlichen Glaubens, dass die Wissenschaft von Moderna funktionieren wird und dass Mitarbeiter, die die Mission nicht leben, keinen Platz im Unternehmen haben“. Zwischen 2012 und 2016 soll Bancel maßgeblich an der Kündigung von mindestens einem Dutzend „hochrangiger Führungskräfte“ beteiligt gewesen sein, darunter diejenigen, die die Produktpipeline von Moderna und die Impfstoffprojekte leiteten.

Bevor er zu Moderna kam, hatte Bancel einen Großteil seiner Karriere im Vertrieb und im operativen Geschäft verbracht und sich beim Pharmariesen Eli Lilly einen Namen gemacht, bevor er das französische Diagnostikunternehmen bioMérieux leitete. Seine Leistungen und sein Ehrgeiz erregten die Aufmerksamkeit von Flagship Ventures, einem Mitbegründer und Top-Investor von Moderna, der ihn dann mit dem Unternehmen in Verbindung brachte, das er später leiten sollte.

Bancel hat zwar keine Erfahrung mit mRNA und der Wissenschaft, die hinter ihrer Verwendung als Therapeutikum steht, aber er hat das wettgemacht, indem er Modernas Verkäufer schlechthin wurde. Unter seiner Führung wurde Moderna „abgeneigt, seine Arbeit in Science oder Nature zu veröffentlichen, aber begeistert, sein Potenzial auf CNBC und CNN zu verkünden“. Mit anderen Worten: Unter Bancel wurde das Unternehmen dazu gebracht, seine Wissenschaft durch Medienwerbung und Öffentlichkeitsarbeit zu fördern, anstatt tatsächliche Daten oder wissenschaftliche Beweise zu veröffentlichen. Als zwei seiner Impfstoffkandidaten 2016 in die Phase 1 der Humanstudien eintraten (Studien, die letztendlich ins Leere liefen), weigerte sich das Unternehmen, sie in das öffentliche Bundesregister ClinicalTrials.gov aufzunehmen. Diese Entscheidung, die von der üblichen Praxis der Konkurrenten von Moderna und anderer traditionellerer Impfstoffunternehmen abweicht, bedeutete, dass die Informationen über die Sicherheit dieser Impfstoffkandidaten nach Abschluss der Studie wahrscheinlich nie öffentlich zugänglich sein würden. Moderna weigerte sich auch, sich öffentlich dazu zu äußern, gegen welche Krankheiten diese Impfstoffe eingesetzt werden sollten.

Diese Geheimniskrämerei wurde bei Moderna zur Regel, nachdem Bancel das Ruder übernommen hatte. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung von STATs Enthüllungsbericht 2016 hatte das Unternehmen noch keine Daten veröffentlicht, die „seine gepriesene Technologie stützten“. Sowohl Insider als auch Investoren, die Millionen in das Unternehmen investiert hatten, durften nur einen „kurzen Blick“ auf die Daten des Unternehmens werfen. Ehemaligen Wissenschaftlern von Moderna zufolge, die mit STAT sprachen, war das Unternehmen „des Kaisers neue Kleider“. Ehemalige Mitarbeiter beschuldigten Bancel außerdem, „eine Investmentfirma zu leiten“ und „dann zu hoffen, dass sie auch ein erfolgreiches Medikament entwickelt“.

Vielleicht wurde Bancel deshalb für die beste Führungskraft gehalten, um Moderna zu leiten. Als ehrgeiziger Geschäftsmann, der ein stark überbewertetes Unternehmen leitet, würde er das Image und die Finanzen des Unternehmens in den Vordergrund stellen, ohne Rücksicht auf die wissenschaftliche Grundlage. Vielleicht war das der Grund dafür, dass Bancel nach Aussage ehemaliger Mitarbeiter „von Anfang an klarstellte, dass die Wissenschaft von Moderna einfach funktionieren musste. Und dass jeder, der das nicht schaffte, nicht dazugehörte.

Wie STAT im Jahr 2016 feststellte, waren die Mitarbeiter, die dafür sorgen sollten, dass „die Wissenschaft funktioniert“, diejenigen, die am häufigsten kündigten, was dazu führte, dass Moderna innerhalb eines Jahres zwei Chemiechefs und kurz darauf den Chief Scientific Officer und den Leiter der Produktion verlor. Viele Führungskräfte, darunter auch die Leiter der Forschungsabteilungen für Krebs und seltene Krankheiten, blieben weniger als achtzehn Monate in ihren jeweiligen Positionen. Die plötzlichen Rücktritte betrafen nicht nur die wissenschaftlich ausgerichteten Führungspositionen von Moderna, sondern auch den Chief Information Officer und die oberste Finanzleitung. Bancel ließ sich schließlich von den Personalabteilungen von Facebook, Google und Netflix in Sachen Mitarbeiterbindung beraten.

Besonders aufschlussreich war der plötzliche und mysteriöse Rücktritt des Leiters der Forschungs- und Entwicklungsabteilung von Moderna, Joseph Bolen, nach etwa zwei Jahren im Unternehmen. Ein Firmeninsider sagte damals gegenüber STAT, dass Bolen nur dann gekündigt hätte, wenn „etwas mit der Wissenschaft oder dem Personal nicht in Ordnung gewesen wäre“. Mit anderen Worten: Bolen ist entweder gegangen, weil die Wissenschaft, die die enorme Bewertung von Moderna untermauert, dem Hype nicht gerecht wurde, oder Bancel hat ihn gezwungen, das Unternehmen zu verlassen, wobei auch die Möglichkeit besteht, dass beides für Bolens Rücktritt ausschlaggebend war.

Damals wurde spekuliert, dass Bancel der Schuldige sei, obwohl nicht klar ist, warum es zu dem Zerwürfnis zwischen den beiden Männern kam. Bancel behauptete, dass er versucht habe, Bolen zum Bleiben zu überreden, obwohl anonyme Mitarbeiter etwas anderes behaupteten, und dass Bolen sich selbst von der Insel „abgewählt“ habe.

Was auch immer der genaue Grund für den Rücktritt des Forschungs- und Entwicklungsleiters war, er hat das Geheimnis um das Innenleben von Moderna und die Fähigkeit des Unternehmens, sein Versprechen, die Medizin zu „revolutionieren“, einzulösen, nur noch verstärkt. Außerdem werden dadurch mehr als nur ein paar Ähnlichkeiten zwischen Moderna und dem in Ungnade gefallenen Unternehmen Theranos deutlich. Theranos, dessen ehemalige Top-Managerin Elizabeth Holmes jetzt wegen Betrugs vor Gericht steht, war für seine extreme Geheimhaltungskultur bekannt, die Investoren und Geschäftspartner im Dunkeln ließ, allen, die mit dem Unternehmen in Kontakt kamen, Geheimhaltungsvereinbarungen aufzwang und die Mitarbeiter durch eine extrem strenge Need-to-know-Politik „isoliert“ hielt. Wie Moderna wurde auch Theranos als revolutionäres Unternehmen gepriesen, das „die Medizinbranche für immer verändern wird“. Auch die oberste Führungskraft hatte keine Erfahrung im Gesundheitswesen oder in der Wissenschaft, doch beide Unternehmen feuerten oder zwangen Mitarbeiter/innen zur Kündigung, die nicht mit ihrer Sichtweise übereinstimmten oder keine „positiven“ Ergebnisse liefern konnten. Beide Unternehmen haben es auch versäumt, in von Experten begutachteten Fachzeitschriften Beweise dafür zu veröffentlichen, dass die Wissenschaft, die hinter ihren milliardenschweren Unternehmen steht, mehr ist als nur Fantasie und ein ausgeklügeltes Verkaufsargument.

Der größte Unterschied zwischen Moderna und Theranos besteht wohl darin, dass Moderna, dessen zahlreiche Probleme und Herausforderungen erst nach dem Zusammenbruch von Theranos ans Licht kamen, nie in gleichem Maße von der US-Regierung oder investigativen Journalisten unter die Lupe genommen wurde. Dafür gibt es viele mögliche Gründe, z. B. die enge Beziehung von Moderna zum US-Verteidigungsministerium über die Defense Advanced Research Projects Agency (DARPA) oder die Sorge, dass die Aufdeckung von Theranos jedes Unternehmen an der Schnittstelle zwischen Silicon Valley und der Gesundheitsbranche auf den Prüfstand stellen würde. Eine solche Abrechnung wäre für Moderna jedoch wahrscheinlich unausweichlich gewesen, wenn die COVID-19-Krise nicht zu einem für das Unternehmen ungünstigen Zeitpunkt gekommen wäre.

Modernas „Software“ enthält Bugs

Viele der Probleme, die Garde 2016 bei Moderna festgestellt hatte, plagten das Unternehmen bis zum Beginn der COVID-19-Krise. Das Hauptproblem war, dass Moderna nicht beweisen konnte, dass seine Technologie funktioniert und sicher ist. Die Bedenken über die Sicherheit und Wirksamkeit der Produkte des Unternehmens, die ab 2017 öffentlich bekannt wurden, gingen in der Panikwelle um COVID-19 und der gleichzeitigen „Warp-Geschwindigkeit“ bei der Suche nach einem Impfstoff, der „die Pandemie beenden“ würde, unter. Es gibt jedoch wenig bis gar keine Beweise dafür, dass diese einst anerkannten Bedenken berücksichtigt wurden, bevor die US-Regierung die Notfallzulassung für den Impfstoff COVID-19 von Moderna erteilte und dieser nun in vielen Ländern der Welt eingesetzt wird. Im Gegenteil: Es gibt Beweise dafür, dass diese Bedenken sowohl vor als auch während der Entwicklung des Impfstoffs vertuscht wurden.

Das Büro von Moderna in Cambridge, Massachusetts [Wikipedia Commons]

In den Berichten, die im Januar 2017 auftauchten, hieß es, dass Moderna „beunruhigende Sicherheitsprobleme mit seiner ehrgeizigsten Therapie“ hatte und dass das Unternehmen „jetzt auf eine mysteriöse neue Technologie setzt, um sich über Wasser zu halten“. Die fragliche „ehrgeizige Therapie“ sollte das Crigler-Najjar-Syndrom behandeln und „die erste Therapie mit einer kühnen neuen Technologie sein, von der Bancel versprach, dass sie im kommenden Jahrzehnt Dutzende von Medikamenten hervorbringen würde“. Bancel hatte die Crigler-Najjar-Therapie als wichtiges Verkaufsargument gegenüber den Anlegern verwendet, insbesondere im Jahr 2016, als er sie auf der JP Morgan Healthcare Conference anpries.

Doch Mitarbeiter von Alexion, dem Unternehmen, welches das Medikament gemeinsam mit Moderna entwickelt, verrieten 2017, dass sich das Projekt „nie als sicher genug erwiesen hat, um es am Menschen zu testen“ und dass das Scheitern dieser Therapie und der Technologieplattform, die sie nutzen sollte, Moderna dazu veranlasst hat, die Klasse der medikamentösen Therapien aufzugeben, die jahrelang die himmelhohe Bewertung des Unternehmens gerechtfertigt und Hunderte von Millionen an Investorengeldern angezogen hatte.

Aufgrund des Problems mit dem Crigler-Najjar-Medikament behaupteten die Medien, dass Moderna nun ein Wunder benötige, um seine Bewertung nicht zu gefährden und seine Investoren von der Flucht abzuhalten. Die anhaltenden Probleme, die bereits in der STAT-Untersuchung von 2016 festgestellt wurden, wie z. B. das Versäumnis von Moderna, aussagekräftige Daten zur Unterstützung seiner mRNA-Technologie zu veröffentlichen, verschlimmerten die zunehmend prekäre Lage des Unternehmens noch. Nicht lange vor der Verschiebung der Crigler-Najjar-Therapie auf unbestimmte Zeit hatte Bancel Fragen zu Modernas Versprechen abgetan, indem er die mRNA als einfache Möglichkeit darstellte, schnell neue Behandlungsmethoden für eine Vielzahl von Krankheiten zu entwickeln. Er erklärte, dass „mRNA wie eine Software ist: Man kann einfach an der Kurbel drehen und eine Menge Produkte in die Entwicklung bringen“. Wenn das der Fall wäre, warum hatte das Unternehmen dann nach fast sieben Jahren noch kein Produkt auf dem Markt und warum war sein meistgepriesenes Projekt auf solche Hindernisse gestoßen? Ganz im Sinne von Bancels „Software“-Metapher war die Technologie von Moderna auf Fehler gestoßen, die möglicherweise nicht zu beheben waren.

Es stellte sich heraus, dass die medikamentöse Therapie von Crigler-Najjar, auf die Moderna so sehr gesetzt hatte, wegen des Lipid-Nanopartikelsystems gescheitert war, das für den Transport der mRNA in die Zellen verwendet wurde. Crigler-Najjar war als Zielkrankheit ausgewählt worden, weil die Moderna-Wissenschaftler es als „die am niedrigsten hängende Frucht“ ansahen. Erstens wird das Syndrom durch einen bestimmten Gendefekt verursacht, zweitens ist das betroffene Organ, die Leber, am einfachsten mit Nanopartikeln zu behandeln und drittens – und das ist für das Unternehmen am wichtigsten – würde die Behandlung der Krankheit mit mRNA häufige Dosen erfordern, was dem Unternehmen einen stetigen Einkommensstrom sichern würde. Wenn Moderna also keine Therapie für Crigler-Najjar entwickeln kann, bedeutet das, dass das Unternehmen auch keine Therapie für andere Krankheiten entwickeln kann, die z. B. durch mehrere Gendefekte verursacht werden oder mehrere Organe betreffen oder die resistenter gegen nanopartikelbasierte Behandlungen sind, wenn sich das Unternehmen auf die ersten beiden Gründe konzentriert. Mit anderen Worten: Die Tatsache, dass „Moderna seine Therapie [für Crigler-Najjar] nicht zum Laufen bringen konnte“, bedeutete, dass es unwahrscheinlich war, dass auch die Therapien dieser ganzen Klasse funktionieren würden.

In den Medienberichten über die unbestimmte Verzögerung dieser speziellen Therapie hieß es: „Die unbestimmte Verzögerung des Crigler-Najjar-Projekts von Moderna signalisiert anhaltende und beunruhigende Sicherheitsbedenken für jede mRNA-Behandlung, die in mehreren Dosen verabreicht werden muss“. Dieses Problem führte dazu, dass Moderna bald nur noch Behandlungen anstrebte, die in einer einzigen Dosis verabreicht werden konnten – bis zum Auftauchen von COVID-19 und der Debatte um den COVID-19-Impfstoffbooster. Es sei auch erwähnt, dass Moderna aufgrund der extremen Seltenheit des Crigler-Najjar-Syndroms selbst dann, wenn die Therapie erfolgreich auf den Markt gebracht worden wäre, wahrscheinlich nicht genug Geld hätte einnehmen können, um das Unternehmen zu erhalten.

Das spezifische Problem, auf das Moderna bei der Behandlung des Crigler-Najjar-Syndroms stieß, hing mit dem von Moderna verwendeten Verabreichungssystem aus Lipid-Nanopartikeln zusammen. Ehemaligen Moderna-Mitarbeitern und ihren Kollegen bei Alexion zufolge „war die sichere Dosis zu schwach, und wiederholte Injektionen einer Dosis, die stark genug war, um wirksam zu sein, hatten in Tierversuchen beunruhigende Auswirkungen auf die Leber [das Zielorgan dieser speziellen Therapie]“. Mit diesem Problem hatte Moderna offenbar auch schon in anderen Fällen zu kämpfen, wie damals veröffentlicht wurde. Laut STAT hatte das von Moderna verwendete Transportsystem immer wieder „eine große Herausforderung dargestellt: Wenn man zu wenig dosiert, bekommt man nicht genug Enzyme, um die Krankheit zu beeinflussen; wenn man zu viel dosiert, ist das Medikament zu giftig für die Patienten.“

Moderna versuchte, die schlechte Presse über die Verzögerung des Crigler-Najjar-Medikaments mit der Behauptung zu kompensieren, sie hätten ein neues Nanopartikel-Verabreichungssystem namens V1GL entwickelt, das „die mRNA sicherer verabreichen wird“. Diese Behauptungen fielen einen Monat, nachdem Bancel gegenüber Forbes ein anderes Verabreichungssystem namens N1GL angepriesen hatte. In jenem Interview erklärte Bancel gegenüber Forbes, dass das von Acuitas lizenzierte Verabreichungssystem „nicht sehr gut“ sei und dass Moderna „die Verwendung von Acuitas-Technologie für neue Medikamente eingestellt“ habe. Wie in diesem Bericht und in Teil II dieser Serie näher erläutert wird, hat Moderna die von Acuitas lizenzierte Technologie jedoch offenbar auch bei späteren Impfstoffen und anderen Projekten, einschließlich des Impfstoffs COVID-19, weiter verwendet.

Ehemalige Moderna-Mitarbeiter und Personen, die der Produktentwicklung nahe standen, bezweifelten damals, dass diese neuen und vermeintlich sichereren Nanopartikel-Verabreichungssysteme überhaupt von Bedeutung waren. Laut drei ehemaligen Angestellten und Mitarbeitern, die dem Prozess nahe standen und anonym mit STAT sprachen, hatte Moderna lange Zeit „an neuen Verabreichungstechnologien gearbeitet, in der Hoffnung, etwas Sichereres zu finden als das, was sie hatten“. Alle Befragten waren der Meinung, dass „N1GL und V1GL entweder ganz neue Entdeckungen sind, die sich erst im Anfangsstadium der Erprobung befinden, oder aber neue Namen, die auf Technologien geklebt wurden, die Moderna schon seit Jahren besitzt“. Alle haben sich anonym geäußert, da sie Geheimhaltungsvereinbarungen mit dem Unternehmen unterzeichnet haben, die strengstens eingehalten werden.

Ein ehemaliger Mitarbeiter sagte zu den angeblichen Versprechungen von N1GL und V1GL, dass diese Plattformen „auf wundersame Weise gerettet werden müssten, damit sie ihren Zeitplan einhalten können. . . . Entweder ist [Bancel] extrem zuversichtlich, dass es klappt, oder er wird langsam nervös, weil er angesichts der mangelnden Fortschritte etwas vorlegen muss.“

Stephen Hoge, Vorstandsvorsitzender von Moderna, und Melissa Moore, CSO von Moderna für Plattformforschung Quelle: Moderna

Anscheinend lagen jene ehemaligen Mitarbeiter richtig, die glaubten, dass N1GL und V1GL neue Namen für eine bereits existierende Technologie sind und dass Bancel deren Erfolgsaussichten übertreibt, denn Moderna scheint zu dem problematischen Lipid-Nanopartikelsystem zurückzukehren, das es von Acuitas für nachfolgende Therapien, einschließlich seines Impfstoffs COVID-19, lizenziert hatte. Wie wir in diesem Bericht und in Teil II dieser Serie untersuchen werden, gibt es keine Beweise dafür, dass Moderna jemals die Rechte für ein sicheres mRNA-Transportsystem erworben oder ein solches entwickelt hat.

Zusätzlich zu den viel gepriesenen Versprechen von N1GL und V1GL als sicherere Behandlungen versprach Moderna, „neue und bessere Formulierungen“ für die Crigler-Najjar-Therapie zu entwickeln, die zu einem späteren Zeitpunkt in Studien am Menschen eingesetzt werden könnten. Dies half, die schlechte Presse abzuwehren, aber nur für ein paar Wochen. Einen Monat nach Bekanntwerden der Probleme mit der Crigler-Najjar-Therapie verließ der Leiter der Onkologieabteilung von Moderna, Stephen Kesley, das Unternehmen. Dies erfolgte zu einem Zeitpunkt, als Modernas erste Versuche mit seiner Krebstherapie am Menschen bevorstanden, was „ein Führungsteam mit wenig Erfahrung in der Entwicklung von Medikamenten dazu zwang, die Zukunft des Unternehmens in diesem Bereich zu gestalten“. Nur wenige Wochen vor Kesleys Abgang hatte Bancel auf der JP Morgan Healthcare Conference im Januar 2017 in San Francisco kühn behauptet, dass die Onkologie die „nächste große Chance für Moderna nach den Impfstoffen“ sei.

Im selben Monat, in dem Kesley das Unternehmen verließ, konnte Moderna auch anderweitig die Aufmerksamkeit der Medien auf sich ziehen, da das Unternehmen zum ersten Mal Daten in einer von Experten begutachteten Zeitschrift veröffentlichte. In der Fachzeitschrift Cell veröffentlichten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler Daten zu einem Tierversuch für ihren Impfstoff-Kandidaten gegen Zika, der sowohl die Wirksamkeit als auch die Sicherheit bei Mäusen positiv belegte. Obwohl die Ergebnisse der Tierversuche nicht unbedingt auf den Menschen übertragen werden können, wurden die Ergebnisse als „vielversprechend“ für die von Moderna geplante klinische Studie des Impfstoffkandidaten am Menschen angesehen. Darüber hinaus ähnelten die Ergebnisse den Tierversuchsergebnissen, die der Moderna-Konkurrent BioNTech einen Monat zuvor für seinen mRNA-Impfstoffkandidaten gegen Zika veröffentlicht hatte.

Für Moderna wurde die positive Nachricht jedoch durch ein negatives Urteil in einem Rechtsstreit getrübt, der Modernas Fähigkeit bedrohte, mit dem Zika-Impfstoff oder einem anderen von ihm entwickelten mRNA-Impfstoff jemals Gewinne zu erzielen – eine Bedrohung, mit der Modernas Konkurrenten wie BioNTech nicht konfrontiert waren. Das Urteil, auf das wir weiter unten in diesem Bericht näher eingehen, schränkte Modernas Nutzung des Lipid-Nanopartikelsystems, für das das Unternehmen von Acuitas eine Lizenz erhalten hatte, stark ein und bedrohte direkt die Fähigkeit des Unternehmens, ein gewinnbringendes Produkt zu entwickeln, das auf dem geistigen Eigentum der entsprechenden Patente basiert. Damit begann ein jahrelanger Rechtsstreit, in dem immer wieder die Vermutung geäußert wurde, dass die Versprechungen von V1GL und N1GL entweder frei erfunden oder stark übertrieben waren, wie ehemalige Moderna-Mitarbeiter und -Mitarbeiterinnen behauptet hatten.

Nicht lange danach, im Juli 2017, wurde Moderna von einer weiteren Welle schlechter Presse heimgesucht, als der Partner des Crigler-Najjar-Ventures, Alexion, die Zusammenarbeit mit dem Unternehmen komplett einstellte. Moderna spielte die Entscheidung von Alexion herunter und behauptete, es habe sich „umfangreiches Wissen“ angeeignet, das es ihm erlaube, die Entwicklung der in Schwierigkeiten geratenen Therapie allein fortzusetzen. Dennoch kam die Entscheidung von Alexion zu einem ungünstigen Zeitpunkt für das Unternehmen, da einer der Top-Investoren von Moderna nur zwei Wochen zuvor seine Bewertung des Unternehmens um fast 2 Milliarden Dollar gesenkt hatte, weil Moderna angeblich „seinem eigenen Hype nicht gerecht werden konnte“. Es kursierten Berichte, wonach „Modernas Investoren den Glauben an die Zukunft des Unternehmens verlieren könnten“.

In der Tat war das Medikament gegen das Crigler-Najjar-Syndrom nicht das einzige, das sich zu diesem Zeitpunkt als „zu schwach oder zu gefährlich für klinische Studien“ erwiesen hatte, wie ehemalige Mitarbeiter und Partner berichteten. Das anhaltende Problem, das wiederum mit dem Nanopartikel-Verabreichungssystem zusammenhing, das Moderna von Acuitas lizenziert hatte, hatte das Unternehmen gezwungen, seit der Verzögerung der Crigler-Najjar-Therapie „Impfstoffen den Vorrang zu geben, die nur einmal verabreicht werden können und so die Sicherheitsprobleme vermeiden, die ehrgeizigere Projekte geplagt haben“.

Diese „Impfstoffe“ bzw. Einzeltdosisherapien wurden jedoch als nicht so lukrativ angesehen wie die medikamentösen Therapien, die Moderna seit langem versprochen hatte und die seine milliardenschwere Bewertung untermauerten, so dass das Unternehmen sich gezwungen sah, „hoch auf einen Verlustbringer zu wetten“. Problematisch war auch, dass Moderna hinter seinen Konkurrenten auf dem Gebiet der mRNA-Impfstoffe zurückblieb und dass das angebliche Versprechen seiner Technologie, brauchbare Impfstoffe herzustellen, zu diesem Zeitpunkt nur durch eine einzige, kleine Studie „bewiesen“ war. Wie das Boston Business Journal feststellte, handelte es sich bei dieser Studie um eine „frühe Studie am Menschen, die in erster Linie dazu diente, die Sicherheit eines Impfstoffs gegen die Vogelgrippe zu bewerten“. Moderna hatte behauptet, dass die Studie zwar die Sicherheit des Impfstoffs bewerten sollte, dass sie aber auch „den Nachweis erbracht hat, dass der Impfstoff wirksam ist und keine größeren Nebenwirkungen hat“. Wie wir später noch sehen werden, bedrohte der Rechtsstreit um das von Acuitas lizenzierte Lipid-Nanopartikelsystem Modernas Fähigkeit, mit irgendeinem mRNA-Impfstoff, den es durch die Studien und das staatliche Zulassungsverfahren bringen konnte, jemals Gewinn zu machen, und ließ die Zukunft des Unternehmens ziemlich düster erscheinen.

Trotz positiver Presse blieben Fragen offen

Im September 2017 gab Moderna auf einer geschlossenen Investorenveranstaltung, die verhindern sollte, dass weitere Großinvestoren das Unternehmen abwerten oder das Schiff verlassen, weitere Einblicke in eine kürzlich veröffentlichte Pressemitteilung zu den Studienergebnissen einer Therapie, die das Herzgewebe nachwachsen lassen soll, indem sie die Produktion eines als VEGF bekannten Proteins ankurbelt. In der Pressemitteilung, die in den Medien für positive Schlagzeilen sorgte, hieß es, dass sich die Therapie in einer Studie mit 44 Patienten als sicher erwiesen habe. Doch weder aus der Pressemitteilung noch aus den Daten, die Moderna den Investoren auf der Klausurtagung vorlegte, ging hervor, wie viel Protein die Patienten durch die Therapie produzierten, so dass die Wirksamkeit der Therapie im Dunkeln blieb. In den Medienberichten über das Investorentreffen hieß es: „Da Moderna diesen entscheidenden Datenpunkt nicht veröffentlicht hat, können Außenstehende nicht beurteilen, wie groß das therapeutische Potenzial sein könnte.“

Die Ergebnisse schienen zwar die Bedenken über die Sicherheit der Moderna-Technologie zu zerstreuen, erweckten jedoch bei vielen Anwesenden nicht gerade Vertrauen. Mehrere Teilnehmer vertrauten Reportern später an, dass die Präsentation von Moderna sie „nicht wirklich beeindruckt“ habe, da diese lediglich „die Frage aufgeworfen hat, ob das Unternehmen seinem eigenen Hype gerecht werden kann“.

Ein weiteres Problem ist, dass die Bewertung von Moderna durch das Versprechen untermauert wurde und wird, Produkte für seltene Krankheiten herzustellen, die lebenslang wiederholte Injektionen erfordern. Die VEGF-Therapie, für die Moderna auf diesem Treffen warb, sollte nur eine einmalige Injektion sein, und so löste der Nachweis ihrer Sicherheit nicht das Problem, dass keines der Moderna-Produkte mit mehreren Dosen sich als sicher genug erwiesen hat, um am Menschen getestet zu werden. Die geschlossene Investorenveranstaltung machte deutlich, dass Moderna dieses anhaltende Problem vermeiden will, indem es Impfstoffen mit nur einer Dosis Priorität einräumt.

Wie STAT seinerzeit feststellte:

Die Investoren-Präsentation machte auch deutlich, dass Moderna Impfstoffen Priorität einräumt. Sie lassen sich leichter aus mRNA entwickeln, weil die Patienten nur eine Dosis benötigen, wodurch einige der Sicherheitsprobleme, die bei ehrgeizigeren Projekten wie Therapien für seltene Krankheiten aufgetreten sind, vermieden werden können.

Die Umstellung auf Impfstoffe war jedoch für viele Investoren ein wunder Punkt, da Impfstoffe als „margenschwache Produkte“ angesehen werden, „die nicht annähernd die Gewinne erwirtschaften können, die in lukrativeren Bereichen wie seltene Krankheiten und Onkologie erzielt werden“. Das sind, wie bereits erwähnt, genau die Bereiche, auf denen Modernas enorme Bewertung beruhte, für die das Unternehmen aber keine sicheren und wirksamen Therapien entwickeln konnte. Moderna war sich dieser Bedenken seiner aktuellen und potenziellen Investoren bewusst und versuchte, auf derselben Veranstaltung erfolgversprechende Aussagen über seine Bemühungen im Bereich Onkologie zu machen. Über den Zeitplan der Studien und andere wichtige Daten schwieg sich das Unternehmen jedoch aus und blieb damit seinem langjährigen Ruf als Geheimniskrämer sowohl gegenüber Insidern als auch gegenüber der Öffentlichkeit treu. Es ist sicherlich bezeichnend, dass Moderna auf einer Veranstaltung, die nicht nur für die Öffentlichkeit und die Presse geschlossen war, sondern auch bestehende Investoren beruhigen und neue Investoren anlocken sollte, so geheimnisvoll mit Schlüsseldaten umging. Wenn Moderna sich weigerte, den Investoren wichtige Daten zu zeigen, obwohl es verzweifelt versuchte, sie an Bord zu halten, deutet das darauf hin, dass das Unternehmen entweder etwas zu verbergen oder aber nichts vorzuweisen hatte.

Die zunehmend schwierige interne Situation von Moderna, trotz der durchweg rosigen PR, eskalierte einen Monat später, als Berichte über die plötzlichen Rücktritte des Leiters der Chemieabteilung, des Leiters der Herz-Kreislauf-Abteilung und des Leiters der Abteilung für seltene Krankheiten auftauchten. Diese Rücktritte, die gegen Ende 2017 erfolgten, folgten auf die öffentlichkeitswirksamen Rücktritte des Unternehmens, die 2016 in der STAT-Enthüllung von Damian Garde erwähnt wurden.

Einige Monate später, im März 2018, verließ auch Giuseppe Ciaramella, der Chief Scientific Officer der Impfstoffsparte von Moderna, das Unternehmen. Ciaramella leitete in dieser kritischen Phase nicht nur die Impfstoffentwicklung, er war auch der erste Moderna-Manager, der die Technologie des Unternehmens für die Entwicklung von Impfstoffen vorgeschlagen hatte – eine Idee, auf die das Unternehmen nun alles setzte. Man kann sich nur fragen, ob Bancels Tendenz, Mitarbeiter und Führungskräfte zu entlassen, die „die Wissenschaft nicht zum Laufen bringen konnten“, ein Faktor bei diesen hochkarätigen Rücktritten war, einschließlich dem von Ciaramella.

Jahrelanger juristischer Hickhack

Bisher hat sich dieser Bericht vor allem darauf konzentriert, wie Modernas extreme Geheimhaltung offenbar dazu diente, größere Probleme mit der Technologie und der Produktpipeline zu verschleiern und abzumildern, und wie diese Probleme nach dem Börsengang des Unternehmens und unmittelbar vor der COVID-Krise ihren Höhepunkt erreichten. Die Herausforderung, Produkte zu entwickeln, die funktionieren und sich in der klinischen Praxis bewähren, ist jedoch nur eines von mindestens zwei großen Problemen, mit denen Moderna als Unternehmen konfrontiert ist. Tatsächlich war Moderna während des oben beschriebenen Zeitraums in aggressive Rechtsstreitigkeiten in Bezug auf geistiges Eigentum und Patente verwickelt. Diese Rechtsangelegenheiten betreffen das Lipid-Nanopartikelsystem, das Berichten zufolge auch die Ursache für Modernas Sicherheits- und Produktpipelineprobleme war.

Wie bereits erwähnt, wurde das Lipid-Nanopartikelsystem, das in vielen Moderna-Therapien verwendet wird, von Acuitas in Lizenz vergeben. Acuitas hatte dieses System jedoch von einem anderen Unternehmen lizenziert, nämlich von Arbutus, das 2016 klagte und dabei geltend machte, dass die Unterlizenz von Acuitas an Moderna illegal sei. Arbutus gewann den Prozess, was 2017 zu einer einstweiligen Verfügung führte, die Acuitas daran hinderte, weitere Unterlizenzen für die Lipid-Nanopartikeltechnologie zu vergeben. Ein Vergleich zwischen Acuitas und Arbutus im Jahr 2018 beendete die Lizenz von Acuitas und beschränkte die Nutzung der Technologie durch Moderna auf vier gegen bereits identifizierte Viren gerichtete Impfstoffkandidaten.

Bancel von Moderna erklärte 2017 gegenüber Forbes, dass das System von Acuitas/Arbutus nur mittelmäßig sei und dass Moderna sein eigenes, verbessertes Verabreichungssystem entwickle, das nicht gegen das geistige Eigentum von Arbutus verstoße (die bereits erwähnten Systeme N1GL und V1GL). Kurz nachdem Bancel diese Behauptungen aufgestellt hatte, widersprach die Arbutus-Führung diesen Aussagen und erklärte, dass das Unternehmen alle Patente, Veröffentlichungen und Präsentationen von Moderna zu diesen „neuen“ Verabreichungssystemen geprüft und nichts daran gefunden habe, was nicht ihr eigenes geistiges Eigentum betreffe. Selbst ehemalige Moderna-Mitarbeiter bezweifelten, wie bereits erwähnt, dass N1GL und V1GL sich von dem Acuitas/Arbutus-System unterschieden, was bedeutet, dass Moderna – trotz der Behauptungen von Bancel – ungelöste rechtliche Probleme im Zusammenhang mit diesen Nanopartikeln hatte, die zusammen mit den Toxizitätsproblemen die Produktkandidaten von Moderna behinderten.

An dieser Stelle ist es wichtig zu erwähnen, dass nur Moderna seit Jahren in einem Rechtsstreit mit Acuitas/Arbutus um das geistige Eigentum an den LNP steckt, während die anderen Hauptproduzenten von mRNA-Covid-19-Impfstoffen, Pfizer/BioNTech und CureVac, ebenfalls wichtige Aspekte derselben von Arbutus stammenden Technologie nutzen. BioNTech hat die LNPs jedoch in einer Weise lizenziert, dass Probleme wie jene von Moderna vermieden werden.

Neben den bereits erwähnten Sicherheitsproblemen bedrohte auch dieser Rechtsstreit die Überlebensfähigkeit von Moderna als Unternehmen. Nachdem Moderna bereits gezwungen war, sich auf den Impfstoffmarkt zu beschränken und die seit langem in Aussicht gestellten, lukrativeren und „revolutionären“ mRNA-Therapien aufzugeben, bewegte sich das Unternehmen zudem stetig auf eine Position zu, in der es nicht mehr berechtigt war, Impfstoffe zu verkaufen, die auf der von Arbutus patentierten und von Acuitas lizenzierten Technologie beruhten. In dieser Situation war Moderna gezwungen, direkt mit Arbutus über eine neue Lizenz zu verhandeln, wobei sich das Unternehmen allerdings in einer schwachen Verhandlungsposition befand.

Seit dem ersten Gerichtsverfahren im Jahr 2016 streiten Moderna und Arbutus weiterhin über die Nanopartikel und darüber, wer die Rechte daran innehält. Moderna hat drei Arbutus-Patente beim US-Patent- und Markenamt angefochten, mit gemischten Ergebnissen. Zugleich behauptete Moderna aber auch, dass seine Technologie „nicht von den Arbutus-Patenten abgedeckt“ sei, was zahlreiche Beobachter und Reporter dazu veranlasste, Fragen zu stellen wie: „Warum hat [Moderna] dann überhaupt rechtliche Schritte gegen Arbutus eingeleitet?“

Moderna beantwortete diese Frage mit der Behauptung, Arbutus nur wegen dessen früherer „Aggressionen“ ins Visier genommen zu haben. Trotz dieser Behauptungen zeigen der Aufwand und die Kosten, die mit der gerichtlichen Anfechtung verbunden sind, dass Moderna die Bedrohung durch Arbutus’ Ansprüche auf geistiges Eigentum zumindest sehr ernst nimmt. Die eigentliche Antwort scheint darin zu liegen, dass Moderna zwar öffentlich behauptet, seine Lipid-Nanopartikel-Terchnologie unterscheide sich ausreichend von dem von Arbutus patentierten System, jedoch nicht bereit ist, vor Gericht, gegenüber den eigenen Investoren oder der Öffentlichkeit zu belegen, dass ihre LNP-Technologie tatsächlich anders ist. Die jüngsten Wendungen dieses langwierigen Rechtsstreits, einschließlich einer entscheidenden Entscheidung im Jahr 2020, die für Moderna sehr ungünstig ausfiel, werden in Teil II dieser Serie behandelt..

Alles für die Stützung eines fallenden Aktienkurses

Nasdaq-Gebäude am Tag des Börsengangs von Moderna 2018. Quelle: Nasdaq

Kurz vor Ciaramellas Rücktritt hatte Moderna laut Medienberichten behauptet, „die wissenschaftlichen Probleme gelöst zu haben, die seine früheren mRNA-Behandlungen zu giftig für klinische Versuche machten“. In diesen Berichten wurde auch behauptet, dass „Moderna glaubt, wieder auf Kurs zu sein“, obwohl das Unternehmen keine Beweise für diese Behauptung vorlegte. Nichtsdestotrotz ermöglichte die Zusage dem Unternehmen den Abschluss einer neuen Finanzierungsrunde, bei der es zusätzliche 500 Millionen Dollar von „einem in der Biotechnologie ungewöhnlichen Investorenkonsortium“ erhielt, zu dem auch die Regierungen von Singapur und den Vereinigten Arabischen Emiraten gehörten. Einige Beobachter/innen fragten sich, wie Moderna so viel Geld auftreiben konnte, obwohl die wissenschaftliche Grundlage für die hohe Bewertung des Unternehmens noch nicht geklärt war.

Die Antwort folgte auf dem Fuße: Aus Modernas vertraulicher Powerpoint-Präsentation für Investoren, die durch Damian Garde von STAT öffentlich gemacht wurde, ging hervor, dass das Unternehmen prognostiziert hatte, bis dahin nur an Mäusen getestete Medikamente würden bald Milliarden wert sein und seine Impfstoffeinnahmen würden sich auf jährlich 15 Milliarden Dollar belaufen. Die Präsentation wurde von einem skeptischen Investor als „ziemlich absurd“ bezeichnet; sie sei „auf hoffnungsvolle Generalisten ausgerichtet, die von Großem träumen können“. Daraus wurde deutlich, weshalb die letzte Finanzierungsrunde des Unternehmens sich eher an „unkonventionelle“ Biotech-Investoren gewendet hatte, und nicht an erfahrene, auf die Branche fokussierte Investoren. Ein erfahrener Biotech-Investor, der aufgrund der Vertraulichkeit des Präsentationsmaterials anonym sprach, erklärte: „Das Dokument wurde entwickelt, um einer Gruppe von eher unbedarften Investoren die ‚Wir werden groß sein‘-Geschichte zu erzählen – und das gelingt wunderbar. … Es enthält gerade genug wissenschaftliche Informationen, um das Gefühl zu vermitteln, dass sie wüssten, was sie tun, aber nicht genug, um technische Fragen aufkommen zu lassen.“

Moderna-Präsentation für branchenferne Investoren (stupid money)

Nach Ansicht von Teinehmern an Modernas Präsentation war das Unternehmen „sehr großzügig mit den Annahmen zur Marktgröße seiner Programme“. Ein ehemaliger Moderna-Kooperationspartner schätzte den realen Wert einer Behandlung, von der das Unternehmen behauptete, sie sei jährlich Milliarden wert, auf eher „100 bis 250 Millionen Dollar“. Und selbstverständlich steht diese Umsatzschätzung noch unter dem Vorbehalt, dass die Behandlung, die bisher nur an Mäusen getestet wurde, überhaupt irgendwann beim Menschen funktioniert. Ein ehemaliger Moderna-Mitarbeiter aus der Abteilung für seltene Krankheiten erklärte damals, dass Moderna „weiterhin überstürzt das Potenzial für einen breiten Einsatz von mRNA verspricht, bevor es überhaupt irgendwelche Erkenntnisse gibt, die über Impfstoffe oder sehr frühe Versuche an Mäusen hinausgehen“.

Auch wenn Moderna „unbedarfte“ und/oder „unkonventionelle“ Investoren für seine Finanzierungsrunde Anfang 2018 gewinnen konnte, so scheint doch eines der wichtigsten Versprechen, mit denen das Unternehmen Investoren gewinnen konnte, nämlich dass es das Problem der Toxizität der Nanolipidpartikel gelöst habe, nicht der Wahrheit zu entsprechen.

In einer Einreichung bei der Securities and Exchange Commission vom November 2018, Monate nachdem Moderna behauptet hatte, die Probleme mit seinem Lipid-Nanopartikel-Trägersystem gelöst zu haben, machte das Unternehmen mehrere Behauptungen, die im Widerspruch zu seiner angeblichen Entwicklung einer neuen, sichereren Nanopartikeltechnologie zu stehen scheinen.

Zum Beispiel heißt es in dem Antrag auf Seite 33:

Die meisten unserer Prüfmedikamente werden in einem LNP [Lipid-Nanopartikel] formuliert und verabreicht, was zu systemischen Nebenwirkungen führen kann, die mit den Bestandteilen des LNP zusammenhängen und möglicherweise noch nie am Menschen getestet wurden. Obwohl wir unsere LNPs weiter optimiert haben, kann es keine Garantie dafür geben, dass unsere LNPs keine unerwünschten Wirkungen haben werden. Unsere LNPs könnten ganz oder teilweise zu einer oder mehreren der folgenden Reaktionen beitragen: Immunreaktionen, Infusionsreaktionen, Komplementreaktionen, Opsonierungsreaktionen, Antikörperreaktionen, einschließlich IgA, IgM, IgE oder IgG oder einer Kombination davon, oder Reaktionen auf das PEG einiger Lipide oder auf anderweitig mit dem LNP verbundene PEG.

Bestimmte Aspekte unserer Prüfmedikamente können Immunreaktionen auf die mRNA oder das Lipid sowie unerwünschte Reaktionen innerhalb der Leberwege oder auf den Abbau der mRNA oder des LNP auslösen, welche beide erhebliche Nebenwirkungen in einer oder mehreren unserer klinischen Studien verursachen könnten. Viele dieser Arten von Nebenwirkungen wurden bereits bei früheren LNPs beobachtet. Dies würde eine genaue Vorhersage von Nebenwirkungen in zukünftigen klinischen Studien erschweren und zu erheblichen Verzögerungen in unseren Programmen führen. (Hervorhebung hinzugefügt)

Hervorhebung hinzugefügt

Diese Aussagen lassen darauf schließen, dass Moderna sich nicht sicher war, ob ihr derzeitiges System zur Verabreichung von Lipid-Nanopartikeln sicherer ist als das System, das zu der unbestimmten Verzögerung der Crigler-Najjar-Therapie führte. Außerdem deutet der Hinweis auf „unerwünschte Wirkungen in der Leber“, einer der Hauptgründe für die Verzögerung der Crigler-Najjar-Therapie, darauf hin, dass man sich weiterhin auf die von Acuitas unterlizenzierte Technologie verlässt. Wie in Teil II dargelegt wird, scheint auch der Moderna-Impfstoff COVID-19 eben jene umstrittene Acuitas-Technologie zu verwenden, die Moderna jahrelang erhebliche sicherheitstechnische, rechtliche und finanzielle Bedenken bereitet hat.

Der SEC-Antrag vom November 2018 enthält weitere erwähnenswerte Aussagen über das Lipid-Nanopartikel-Transportsystem, dessen Probleme angeblich gelöst sein sollten:

Wenn in einer unserer aktuellen oder zukünftigen klinischen Studien erhebliche unerwünschte Ereignisse oder andere Nebenwirkungen beobachtet werden, könnten wir Schwierigkeiten haben, Studienteilnehmer für unsere klinischen Studien zu rekrutieren, Studienteilnehmer könnten sich aus den Studien zurückziehen oder wir könnten gezwungen sein, die Studien oder unsere Entwicklungsbemühungen für einen oder mehrere Entwicklungskandidaten oder Prüfmedikamente ganz einzustellen. . . .

Selbst wenn die Nebenwirkungen die Zulassung des Medikaments nicht ausschließen, kann ein ungünstiges Nutzen-Risiko-Verhältnis die Marktakzeptanz des zugelassenen Produkts aufgrund seiner Verträglichkeit im Vergleich zu anderen Therapien behindern. Jede dieser Entwicklungen könnte unser Geschäft, unsere finanzielle Lage und unsere Aussichten erheblich beeinträchtigen.

Diese Aussagen sind insofern bedeutsam, als sie zumindest einen Grund für Modernas langjährige Tendenz zur Geheimhaltung bei der Veröffentlichung von Daten über seine Behandlungen offenlegen, da das öffentliche Wissen über die anhaltenden Herausforderungen seiner Technologie die Fähigkeit des Unternehmens gefährden würde, Studienteilnehmer, Investoren und später auch Verbraucher für sich zu gewinnen.

Etwa einen Monat, nachdem diese beunruhigenden Eingeständnisse im Kleingedruckten gemacht wurden, gelang Moderna im Dezember 2018 ein rekordverdächtiger Börsengang. Für diesen Börsengang hatte Moderna die Dienste von elf Investmentbanken in Anspruch genommen, was Berichten zufolge „doppelt so viele sind wie bei Biotech-Angeboten üblich“. Der Aktienwert des Unternehmens stürzte jedoch nur wenige Stunden nach dem Börsengang ab, „ein Zeichen dafür, dass das Unternehmen und die Konsortialbanken die Nachfrage nach dem hoch bewerteten Unternehmen überschätzt haben könnten.“ Einen Monat nach dem Börsengang setzte die Moderna-Aktie ihren Abwärtstrend fort und tat damit „genau das Gegenteil von dem, was Privatanleger bei einem Börsengang erwarten“. Diejenigen, die diese Entwicklung vor dem Börsengang von Moderna vorausgesagt hatten, hatten auch davor gewarnt, dass dieser Abwärtstrend wahrscheinlich bis Anfang 2020, wenn nicht länger, anhalten würde. Skeptiker wie Damian Garde von STAT hatten bereits vor dem Börsengang von Moderna davor gewarnt, dass der sinkende Aktienwert des Unternehmens wahrscheinlich das ganze Jahr 2019 über anhalten würde, weil es „anscheinend keine neuen Nachrichten gibt“, da „die Dynamik in der Biotechnologie, ob positiv oder negativ, von Katalysatoren bestimmt wird“ und „Moderna ein ziemlich ruhiges Jahr 2019 bevorsteht“.

In der Zwischenzeit gab es warnende Medienberichte, wie schon seit Jahren, dass Moderna trotz seines neunjährigen Bestehens „noch immer ganz am Anfang seiner Bemühungen steht, das Potenzial seiner Technologie zu beweisen“. In diesen Berichten wurde auch darauf hingewiesen, dass Moderna nach fast einem Jahrzehnt im Geschäft nicht in der Lage sei, den Wert seiner Technologie unter Beweis zu stellen, weil das Unternehmen „bei seinen anfänglichen Bemühungen, mRNA in wiederholt verabreichbare Medikamente umzuwandeln, Schwierigkeiten hatte und sich deshalb auf Impfstoffe verlegt hat, bei denen eine ein- oder zweimalige Verabreichung genügt“. Investoren auf der JP Morgan Gesundheitskonferenz 2019 äußerten die Befürchtung, dass „Moderna die verbleibenden Risiken im Zusammenhang mit mRNA noch nicht beseitigt hat und das Unternehmen selbst bei seiner niedrigen Bewertung einfach zu teuer ist“. Andere vertrauten Reportern an, dass sie „die Füße stillhalten werden, bis Moderna entweder mit vielversprechenden Humandaten aufhorchen lässt, oder deutlich billiger wird“.

Einige Wochen später nahm Bancel von Moderna zusammen mit Paul Stoffels, dem Geschäftsführer von Johnson & Johnson, und anderen führenden Vertretern aus der Pharma- und Biotechnologiebranche an der Jahrestagung 2019 des Weltwirtschaftsforums teil, um „mit führenden Persönlichkeiten aus der ganzen Welt über die Zukunft des Gesundheitswesens zu sprechen“. Auch der Chef der Weltgesundheitsorganisation, Tedros Adhanom Ghebreyesus, und der „Philanthrop für globale Gesundheit“ Bill Gates, dessen Stiftung 2016 mit Moderna ein „Rahmenabkommen für globale Gesundheitsprojekte“ schloss, um „mRNA-basierte Entwicklungsprojekte für verschiedene Infektionskrankheiten voranzutreiben“, waren anwesend. Die Bill & Melinda Gates Foundation ist die einzige Stiftung, die auf der Moderna-Website als „strategischer Kooperationspartner“ aufgeführt ist. Unter den weiteren „strategischen Partnern“ sind die Biomedical Advanced Research and Development Authority (BARDA) der US-Regierung, die DARPA des US-Militärs sowie die Pharmariesen AstraZeneca und Merck.

Moderna hatte sich schon wenige Jahre nach seiner Gründung im Jahr 2013 mit dem WEF zusammengetan, als das Unternehmen in die Gemeinschaft der Global Growth Companies (GGC) des Forums aufgenommen wurde. In jenem Jahr war Moderna eines von nur drei nordamerikanischen Gesundheitsunternehmen, denen diese Ehre zuteil wurde, und wurde zusätzlich vom Forum als „Branchenführer bei innovativen mRNA-Therapeutika“ anerkannt. „Wir fühlen uns geehrt, für unsere Bemühungen zur Weiterentwicklung unserer Plattform anerkannt zu werden und sicherzustellen, dass ihr Potenzial auf globaler Ebene ausgeschöpft wird, und wir freuen uns darauf, ein Mitglied der Gemeinschaft des Weltwirtschaftsforums zu sein“, sagte Bancel damals.

Stéphane Bancel auf der Jahrestagung des Weltwirtschaftsforums, Januar 2020. Quelle: WEF

Als Global Growth Company des WEF arbeitet Moderna seit 2013 eng und regelmäßig mit dem Forum zusammen, sowohl beim Jahrestreffen der New Champions in China als auch bei den regionalen Treffen des WEF. Außerdem hat das Unternehmen Zugang zur exklusiven Networking-Plattform des WEF, die ihm einen privilegierten Zugang zu den mächtigsten Wirtschafts- und Regierungsführern der Welt verschafft. Darüber hinaus bietet das Forum diesen sorgfältig ausgewählten Unternehmen die Möglichkeit, „die globale, regionale und branchenspezifische Agenda mitzugestalten und sich über Wege zu einem nachhaltigen und verantwortungsvollen Wachstum auszutauschen“. Die Liste dieser Unternehmen stellt im Wesentlichen ein Konsortium von Unternehmen dar, die vom Forum gefördert und geleitet werden, weil sie sich für die „Verbesserung des Zustands der Welt“ einsetzen, d.h. weil sie die langfristigen Ziele des Forums für die Weltwirtschaft und die globale Governance unterstützen.

Im April 2019 veröffentlichte Moderna einige Informationen über Änderungen an seinen Lipid-Nanopartikeln (die in Teil II ausführlicher behandelt werden). Einen Monat später, im Mai 2019, veröffentlichte Moderna in der Fachzeitschrift Vaccine vielversprechende Ergebnisse zu Phase-1-Daten von mRNA-Impfstoffkandidaten gegen „zwei potenzielle pandemische Grippestämme“, die in zwei Dosen im Abstand von drei Wochen verabreicht wurden. In der Pressemitteilung des Unternehmens zu der Studie heißt es, dass „die zukünftige Entwicklung des Moderna-Programms für pandemische Grippe von staatlichen oder anderen Zuschüssen abhängt“, was darauf hindeutet, dass das Unternehmen die Studienergebnisse nutzen wird, um bei der Regierung um Mittel für die Fortführung dieses speziellen Programms zu werben.

Bemerkenswert ist, dass zur gleichen Zeit, als diese Ergebnisse veröffentlicht wurden, das Office of the Assistant Secretary for Preparedness and Response des US-Gesundheitsministeriums, das damals von Robert Kadlec geleitet wurde, mitten in der Durchführung von Crimson Contagion steckte, einer mehrmonatigen Simulation einer globalen Pandemie mit einem Grippestamm, der in China seinen Ursprung hat und sich über den Luftverkehr weltweit ausbreitet. Der Stamm H7N9, der im Mittelpunkt der Simulation stand, ist einer derjenigen Stämme, die in der Moderna-Studie verwendet wurden. Moderna veröffentlichte diese Ergebnisse am 10. Mai, nur vier Tage bevor die Simulation Crimson Contagion ihr behördenübergreifendes Seminar abhielt. Die BARDA, die dem ASPR-Büro untersteht, ist ein wichtiger strategischer Verbündeter von Moderna und hat die in dieser Pressemitteilung erwähnten „potenziellen pandemischen Grippeimpfstoffe“ gegen H10N8- und H7N9-Infektionen mitentwickelt.

Crimson Contagion ist aus mehreren Gründen bemerkenswert, vor allem wegen Kadlecs eigener Geschichte mit den Dark Winter-Simulationen, die den Milzbrandanschlägen von 2001 vorausgingen und diese auf beängstigende Weise vorhersagten.Wie in einer früheren TLAV/Unlimited Hangout-Recherche ausführlich erörtert, retteten die Milzbrandanschläge von 2001 den Milzbrandimpfstoffhersteller BioPort, jetzt Emergent Biosolutions, vor dem sicheren Ruin, ähnlich wie es die COVID-Krise für Moderna tat.

Einen Monat später, im Juni 2019, sorgte Moderna erneut für positive Schlagzeilen, als es sein Debüt auf der Jahrestagung der American Society of Clinical Oncology gab, auf der es seine Fähigkeit zur Herstellung personalisierter Krebstherapien vorstellte, die sowohl vor als auch nach dem rekordverdächtigen Börsengang die Investoren überzeugt hatte. Es war das erste Mal, dass das Unternehmen öffentlich Daten zu einer Krebsbehandlung vorstellte, und diese spezielle Behandlung wurde gemeinsam mit Merck entwickelt. Die Daten zeigten positive Ergebnisse bei der Verhinderung von Rückfällen bei Krebspatienten, denen zuvor Tumore operativ entfernt worden waren, nicht aber bei Patienten, deren Tumore nicht entfernt worden waren. Die ersten Daten schienen also darauf hinzudeuten, dass die Behandlung von Moderna Krebspatienten nur dann helfen würde, in Remission zu bleiben, nachdem zuvor andere medizinische Maßnahmen durchgeführt worden waren. Obwohl diese Nachricht Moderna die Möglichkeit gab, sich in der dringend benötigten positiven Presse zu sonnen und für seine in der Entwicklung befindlichen Onkologieprodukte zu werben, wurde in einigen Berichten zu Recht darauf hingewiesen, dass es „noch zu früh für ein endgültiges Urteil“ über den klinischen Nutzen der Krebsbehandlung sei.

Trotz dieses offensichtlichen Fortschritts sank der Aktienkurs von Moderna bis September 2019 weiter, was zu einem Wertverlust von etwa 2 Mrd. USD gegenüber der Bewertung des Unternehmens von 7,5 Mrd. USD zum Zeitpunkt des Rekord-Börsengangs führte. Die Hauptgründe dafür waren dieselben Probleme, mit denen das Unternehmen seit Jahren zu kämpfen hatte – mangelnde Fortschritte, einschließlich fehlender Produkte auf dem Markt, anhaltende Sicherheitsprobleme mit seiner mRNA-Technologie und fehlende Daten, die belegen, dass Fortschritte gemacht wurden, um diese Technologie kommerziell nutzbar zu machen.

Mitte September 2019 versammelte Moderna Investoren, um wissenschaftliche Beweise dafür zu präsentieren, dass seine mRNA-Technologie „körpereigene Zellen in Fabriken zur Herstellung von Medikamenten verwandeln“ kann und hoffentlich „skeptische Investoren zu Gläubigen macht“. Diese Daten, die aus einer sehr vorläufigen Studie mit nur vier gesunden Teilnehmern stammten, waren mit Komplikationen verbunden. Bei drei der vier Probanden traten Nebenwirkungen auf, die Moderna dazu veranlassten, die mRNA-Behandlung um Steroide zu ergänzen, während einer der Probanden unter Herzproblemen litt, darunter Herzrasen und ein unregelmäßiger Herzschlag. Moderna behauptete, dass keine der Nebenwirkungen am Herzen schwerwiegend war, und war nicht in der Lage, „die Ursache der Herzsymptome definitiv festzustellen“. Doch wie bereits erwähnt, hing es wahrscheinlich mit den Sicherheitsproblemen zusammen, die das Unternehmen seit Jahren mit seinen Versuchsprodukten hat.

In den vorläufigen Daten des Unternehmens, die in einem weiteren Versuch, die Investoren zum Bleiben zu bewegen, beworben wurden, wurde auch darauf hingewiesen, dass Moderna beschlossen habe, die Versuche für dieses spezielle Produkt, eine mRNA-Behandlung gegen das Chikungunya-Virus mit einer einzigen Injektion, zu unterbrechen. Diese Behandlung wurde in Zusammenarbeit mit der DARPA des Pentagons entwickelt. Auf dem Treffen wurden auch andere, positivere Daten aus einer vorläufigen Studie veröffentlicht. Bei dieser Studie handelte es sich jedoch um eine mRNA-Behandlung für das Cytomegalovirus, „ein weit verbreitetes Virus, das normalerweise vom körpereigenen Immunsystem in Schach gehalten wird und bei gesunden Menschen nur selten Probleme verursacht“, was bedeutet, dass der mRNA-Impfstoff für diese Krankheit wahrscheinlich niemals lukrativ sein wird.

Nicht lange nach diesem glanzlosen Investorentreffen, am 26. September 2019, kündigte das einst so verschwiegene Unternehmen Moderna an, mit Forschern der Harvard University zusammenzuarbeiten, „in der Hoffnung, dass die Forschung neue Medikamente hervorbringen wird“, da seine Produktpipeline ins Stocken geraten zu sein schien. Der Vorstandsvorsitzende von Moderna, Stephen Hoge, beschrieb die Zusammenarbeit so, dass ausgewählte Harvard-Forscher „ein Paket mit Dingen erhalten, in die wir unser Blut, unseren Schweiß und unsere Tränen gesteckt haben, und dann wird jemand etwas damit machen. Wir werden anschließend herausfinden, wie das gelaufen ist“. Für ein Unternehmen, das seit langem für seine extreme Geheimhaltung in einer ohnehin schon geheimnisvollen Branche bekannt ist, wirkte die Vereinbarung zwischen Moderna und Harvard, die zugegebenermaßen „ungewöhnlich“ war, etwas verzweifelt.

Einen Monat später fand auf dem Milken Institute Future of Health Summit 2019 eine Podiumsdiskussion über universelle Grippeimpfstoffe statt; dabei fielen Äußerungen, dass es eines „disruptiven“ Ereignisses bedürfe, um das seit langem bestehende bürokratische Zulassungsverfahren für Impfstoffe umzuwälzen und eine breitere Akzeptanz „nicht-traditioneller“ Impfstoffe zu ermöglichen, wie jener von Moderna. Auf dem Podium sprachen u.a. die ehemalige FDA-Kommissarin Margaret Hamburg, die bereits an der „Dark Winter“-Übung von 2001 teilgenommen hatte und als wissenschaftliche Beraterin der Gates-Stiftung fungiert, sowie Anthony Fauci vom National Institute of Health’s National Institute of Allergy and Infectious Diseases (NIAID) und Rick Bright von der BARDA, der früher für die von Gates finanzierte PATH arbeitete. Die Podiumsdiskussion fand kurz nach der umstrittenen Coronavirus-Pandemie-Simulation Event 201 statt, deren Moderatoren und Sponsoren maßgeblich an Dark Winter 2001 beteiligt gewesen waren.

Standbild von der Podiumsdiskussion des Milken Institute zur universellen Grippeimpfung 2019.
Das vollständige Video ist hier verfügbar.

Während des Panels stellte der Moderator – Michael Specter vom New Yorker – die Frage: „Warum sprengen wir das System nicht einfach? Natürlich können wir dem bestehenden System nicht einfach den Hahn zudrehen und dann sagen: ‚Hey, jeder auf der Welt sollte diesen neuen Impfstoff bekommen, den wir noch niemandem gegeben haben‘, aber es muss doch einen Weg geben.“ Specter erwähnte dann, dass die Impfstoffproduktion veraltet sei, und fragte, wie es zu einer ausreichenden „Störung“ kommen könne, um eine Modernisierung des herkömmlichen Impfstoffentwicklungs- und -zulassungsverfahrens zu erreichen. Hamburg antwortete als Erste und erklärte, dass wir als Gesellschaft bei der Entwicklung eines dringend benötigten neuen technologischeren Ansatzes hinterherhinkten und dass es jetzt „höchste Zeit ist zu handeln“, um diesen Ansatz zu verwirklichen.

Einige Minuten später erklärte Anthony Fauci, dass die bessere Methode zur Herstellung von Impfstoffen darin bestünde, „das Virus gar nicht zu züchten, sondern Sequenzen zu erhalten, das passende Protein zu bekommen und es auf selbstorganisierende Nanopartikel zu kleben“, womit er sich im Wesentlichen auf mRNA-Impfstoffe bezog. Fauci erklärte dann: „Die entscheidende Herausforderung ist, dass wir von der bewährten Eizuchtmethode zu etwas viel Besserem übergehen müssen. Wir müssen beweisen, dass es funktioniert, und dann müssen wir alle kritischen Studien durchlaufen – Phase 1, Phase 2, Phase 3 – und zeigen, dass dieses spezielle Produkt über Jahre hinweg gut ist. Allein das wird, wenn es perfekt funktioniert, ein Jahrzehnt dauern.“ Fauci erklärte später, dass es notwendig sei, die öffentliche Wahrnehmung zu ändern, dass die Grippe keine ernsthafte Krankheit sei, um die Dringlichkeit zu erhöhen, und dass es „schwierig“ sei, diese Wahrnehmung parallel zum bestehenden Impfstoffentwicklungs- und -zulassungsverfahren zu ändern, es sei denn, das gegenwärtige System nehme die Haltung ein: „Es ist mir egal, wie deine Wahrnehmung ist, wir werden das Problem auf eine disruptive und iterative Weise angehen“.

Während der Podiumsdiskussion erklärte Bright, dass „wir so schnell wie möglich und so dringend wie möglich handeln müssen, um diese Technologien zu bekommen, die die Schnelligkeit und Wirksamkeit des Impfstoffs verbessern“, bevor er darauf einging, dass der Rat der Wirtschaftsberater des Weißen Hauses gerade einen Bericht herausgegeben hatte, in dem betont wurde, dass „schnelle“ Impfstoffe von größter Bedeutung sind. Bright fügte dann hinzu, dass ein „mittelmäßiger und schneller“ Impfstoff besser sei als ein „mittelmäßiger und langsamer“ Impfstoff. [Der Satz ergibt so keinen Sinn; gemeint ist offenbar: „Lieber einen schlechten Impfstoff sofort, als einen guten zum Sankt Nimmerleinstag.“ T. R.] Er sagte, dass wir „bessere und schnellere Impfstoffe“ herstellen können und dass Dringlichkeit und Disruption notwendig seien, um die gezielte und beschleunigte Entwicklung eines solchen Impfstoffs zu erreichen. Später auf dem Podium sagte Bright, der beste Weg, um die Impfstoffbranche zugunsten „schnellerer“ Impfstoffe „aufzumischen“, wäre die Entstehung „einer aufregenden Entität da draußen, die total zerstörerisch ist, die sich nicht an bürokratische Regeln und Prozesse halten muss“. Später sagte er ganz direkt, dass er mit „schnelleren“ Impfstoffen mRNA-Impfstoffe meinte.

Die von Bright geleitete BARDA und das von Fauci geleitete NIAID wurden innerhalb weniger Monate zu den größten Förderern des Moderna Covid-19-Impfstoffs, indem sie Milliarden investierten bzw. den Impfstoff gemeinsam mit dem Unternehmen entwickelten. Wie in Teil II dieser Serie erläutert wird, wurde die Partnerschaft zwischen Moderna und dem NIH zur gemeinsamen Entwicklung des COVID-19-Impfstoffs von Moderna bereits am 7. Januar 2020 geschmiedet, also lange vor der offiziellen Erklärung der COVID-19-Krise zur Pandemie und bevor ein Impfstoff von Behörden und anderen Personen für notwendig erklärt wurde. Der COVID-19-Impfstoff wurde nicht nur schnell zur Antwort auf fast alle Probleme von Moderna, sondern er lieferte auch das nötige disruptive Szenario, um die öffentliche Wahrnehmung eines Impfstoffs zu verändern und die bestehenden Sicherheitsvorkehrungen und die Bürokratie bei der Zulassung von Impfstoffen aus dem Weg zu räumen. (Hier gibt es ein Video der Veranstaltung zum weltweiten Grippeimpfstoff 2019.)

Wie Teil II dieser Serie zeigen wird, war es eine Mischung aus „Glück und Weitsicht“ von Stéphane Bancel von Moderna und Barney Graham von den NIH, die Moderna im „Warp Speed“-Rennen um den Covid-19-Impfstoff an die Spitze gebracht hat. Diese Partnerschaft und die durchschlagende Wirkung der COVID-19-Krise führten zu dem „Hail Mary“-Erfolg, auf den Moderna seit mindestens 2017 verzweifelt gewartet hatte, und machten die meisten Moderna-Führungskräfte innerhalb weniger Monate zu Milliardären und Multimillionären.

Modernas „Hail Mary“ wird jedoch nicht von Dauer sein – es sei denn, die massenhafte Verabreichung des Impfstoffs gegen COVID-19 wird zu einer alljährlichen Angelegenheit für Millionen von Menschen weltweit. Auch wenn die Daten aus der Praxis seit Beginn der Verabreichung die Notwendigkeit, Sicherheit und Wirksamkeit des Impfstoffs in Frage stellen, können Moderna und seine Interessenvertreter es sich nicht leisten, diese Chance ungenutzt verstreichen zu lassen. Dies würde das Ende des sorgfältig aufgebauten Kartenhauses von Moderna bedeuten.
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Anmerkung der Verfasserin: Dr. Michael Palmer, Dr. Meryl Nass und Catherine Austin Fitts haben uns wertvolle Hinweise und Ratschläge zu diesem Artikel gegeben. Ein besonderer Dank geht an Katy M. für die Hilfe beim Lektorat.

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